Am Donnerstag lese ich zufällig auf Ornitho.de, dass sich auf dem Friedhof in Viersen ein Jägerliest herumtreibt. Ein exotischer Vogel aus Australien.
Ich informiere Florian über den „Lachenden Hans, wie der Jägerliest auch genannt wird. Sofort macht sich Florian auf den Weg, und trifft am Freitagmorgen vor meiner Haustür ein. Um 4:45 Uhr fahren wir gemeinsam Richtung Viersen.


Gegen 6 Uhr treffen wir am Zielort ein. Die Sonne ist bereits aufgegangen. Eine flügelverletzte Amsel entdecken wir, vom Jägerliest jedoch keine Spur. Eine halbe Stunde streifen wir auf dem Friedhof umher, ohne irgendein Zeichen vom Wunschvogel.
Da hören wir plötzlich aus Richtung des Krankenhauses zuerst ein Gurgeln, dann das typische Lachen des Jägerliest, das ihm den Zweitnamen „Lachender Hans“ eingebracht hat. Natürlich hat der Kookaburra keinen Schimmer von Pietät und lacht sich auf unserem Friedhof kaputt.

Endlich entdecke ich ihn. Er sitzt auf einem Laternenmast. Schon beginnt unser Amokknipsen. Bald fliegt er davon, und die Suche nach ihm beginnt erneut. In einer Tanne entdecken wir ihn dann wieder. Erst sitzt er ganz ruhig dort, dann übermannt ihn ein tiefes Gähnen. Der Jägerliest fliegt weiter. Dabei entdecken wir, dass er beringt ist.
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Wir fragen uns natürlich, wie ein Vogel, der in Australien beheimatet ist (wegen seiner Nützlichkeit wurde er auch in Neuseeland und Tasmanien angesiedelt), hierher nach Viersen kommt. Per Quantas? Vermutlich aber ist der Jägerliest irgendwo ausgebüxt. Trotzdem scheint er sich hier auf dem Friedhof wohl zu fühlen. Der zur Familie der Eisvögel gehörende Jägerliest erbeutet im seichten Wasser Fische und Krabben. Die gibt es auf einem Friedhof selten. Aber er frisst genauso gerne Insekten, kleine Säugetiere (wie z.B. Mäuse), Vögel und Reptilien. Auf dem Friedhof wird er also nicht verhungern.
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Unser Protagonist lässt sich in einem Baum fast auf Augenhöhe nieder. Florian und ich freuen uns tierisch über den „Jagderfolg“. Bis gegen 9:45 Uhr dauert das Katz- und Mausspiel mit dem Jägerliest. Dann haben wir genug gesucht und fotografiert.
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Wir fahren wieder zurück Richtung Eifel. Beim Bäcker in Roetgen frühstücken wir, bevor wir ins Venn zur blühenden Moorlilie fahren. Aber davon in einem anderen Bericht.
Nachtrag: Wie ich gerde von einem Leser erfuhr, ist der Jägerliest offensichtlich aus einer Privathaltung in den Niederlanden entfleucht. Jeden Tag Käse ist ja auch käse. Jedenfalls waren gestern, am Sonntag wohl Holländer aus Gelderland vor Ort, um den wertvollen Vogel wieder einzufangen. Aber vielleicht gefällt es dem schlauen Vogel hier besser?
Ich verweise dabei auch auf meine Berichte: Vogelkijkhutten – Vogelbeobachtung einmal anders und Eisvogelhütte in den Niederlanden – Im Trüben fischen













Herrlich!
Warum in die Ferne schweifen wenn das Gute ist so nah.
Und- Glück hat der Fleissige.
Herzliche Grüsse
Bernd
Lieber Bernd,
vielen Dank! Dir alles Gute!
Liebe Grüße
Ronald
Das ist ja wirklich mal eine ungewöhnliche Meldung bei Ornitho. 🙂
Schön, dass ihr den Vogel auch angetroffen habt und gute Bilder dabei umsetzen konntet.
LG Frauke
Hallo Frauke,
ja, wir waren happy. Eine seltene Gelegenheit.
LG Ronald
übrigens in der Urdenbacher Kämpe gibts Schwarzstorch zu entdecken
Hallo Heinz,
danke für den Tipp!
Da kann ich dich / Euch nur beglückwünschen für solch tolle Fotos
fg heinz
Hallo Heinz,
vielen Dank!
Liebe Grüße
Ronald