Orchideen-Spezialitäten: Ophrys apifera f. austroalsatica

Orchideen-Spezialitäten im Elsass – Eifel-Mulhouse und zurück

An einem Samstag Ende Mai fahren Peter, Florian und ich zu einigen Orchideen-Spezialitäten in das Elsass, unmittelbar an der Deutschen Grenze.

Florian berichtet uns, dass bei ihm in Frankreich zurzeit einige Orchideen-Spezialitäten blühen, die wir undbedingt fotografieren müssen. Also stehe ich eines samstags Ende Mai um 3 Uhr auf und fahre zu Peter. Unten im Rurtal kommt mir im Dunkel, kurz über meinem Scheinwerferlicht, ein großer Vogel entgegengesegelt, so dass ich scharf abbremsen muss. Der Vogel setzt sich genau vor mein Auto auf die Straße: Ein Uhu! Er fliegt aber gleich wieder davon. Ich kann leider nicht erkennen, ob er sich vielleicht eine Maus geschnappt hat. Um 4 Uhr morgens starten Peter und ich mit dessen Auto Richtung Frankreich. Zuerst fahren wir zu Florian, den wir in Haguenau abholen. Dann geht es weiter Richtung Süden, bis kurz vor Basel.

Orchideen-Spezialitäten: Ophrys apifera f. austroalsatica
Orchideen-Spezialitäten: Ophrys apifera f. austroalsatica

Wir werden dort bereits von Michel erwartet, der schon seine Fotos gemacht hat und leider nach Hause muss. Er erklärt uns kvorher noch kurz, was er dort gefunden hat. Wir machen uns aber auch selbst auf die Suche. Florian war vor zwei Tagen schon einmal hier und hat die Lage sondiert. Neben zahlreichen Pyramidenorchis (Anacamptis pyramidalis), Hummel- und Bienen-Ragwurzen blüht hier eine, erst vor einigen Jahren entdeckte, besondere Form der Bienen-Ragwurz: die Ophrys apifera f. austroalsatica, die es ausschließlich hier in diesem Gebiet gibt. Die meisten Exemplare sind schon angegriffen, die Hochblüte ist leider schon vorbei. Peter und mir war es leider terminlich nicht möglich, unsere Tour einige Tage früher zu machen. Aber wir sind trotzdem froh, dass wir das Objekt der Begierde noch einigermaßen heile fotografieren können.

Orchideen-Spezialitäten: Ophrys apifera f. austroalsatica
Orchideen-Spezialitäten: Ophrys apifera f. austroalsatica
Ophrys apifera f. austroalsatica
Orchideen-Spezialitäten: Ophrys apifera f. austroalsatica
Orchideen-Spezialitäten: Ophrys apifera f. austroalsatica
Orchideen-Spezialitäten: Ophrys apifera f. austroalsatica
Orchideen-Spezialitäten: Ophrys apifera f. austroalsatica
Orchideen-Spezialitäten: Ophrys apifera f. austroalsatica

Wir entdecken noch Hummel-Ragwurzen mit außergewöhnlich gelb geränderter Lippe (Labellum).

Ophrys holosericea mit gelbem Lippenrand
Ophrys holosericea mit gelbem Lippenrand
Ophrys holosericea mit gelbem Lippenrand
Ophrys holosericea mit gelbem Lippenrand
Ophrys holosericea mit gelbem Lippenrand
Ophrys holosericea mit gelbem Lippenrand
Ophrys holosericea mit gelbem Lippenrand
Ophrys holosericea mit gelbem Lippenrand
Orchideen-Spezialitäten: Ophrys apifera var. flavescens
Ophrys apifera var. flavescens

Weiter geht es Richtung „Petite Camargue Alsacienne“, wo Florian den Standort einiger „Gelber Bienen“ kennt. Es sind Bienen-Ragwurzen mit grünlich-gelber Lippe. Die Bezeichnung „Gelbe Biene“ ist nicht eindeutig, da sie auch für die Gelbe Ragwurz (Ophrys lutea), die im Mittelmeerraum vorkommt, verwendet wird. Bei unserer „Gelben Biene“ handelt es sich um die Ophrys apifera var. flavescens, von der es auch bei uns in der Eifel einen größeren Bestand gibt.

Orchideen-Spezialitäten: Ophrys apifera var. flavescens
Ophrys apifera var. flavescens

Die „Petit Camargue Alsacienne“ liegt gegenüber dem bekannten deutschen Orchideen-Gebiet „Totengrien“ und ist ein Naturschutzgebiet, welches weniger für seine Orchideen, als vielmehr für seine Tierwelt (Vögel, Frösche usw.) bekannt ist. 15 bzw. 18 Beobachtungs-Hütten und -Türme  bieten dem Fotografen und Naturliebhaber zahlreiche Naturerlebnisse. Ich war vor Jahren mehrmals hier, bin aber noch nicht dazu gekommen, einen Bericht darüber zu schreiben.

Orchideen-Spezialitäten: Ophrys apifera var. flavescens
Ophrys apifera var. flavescens

Das Elsass ist, wie auch der Schwarzwald und die Eifel, reich an Orchideen (siehe: „Orchideen-Zeit im Schwarzwald und in den Vogesen“ und „Im Orchideen-Paradies“)

Florian spricht die verschiedenen Ophrys apifera lus. (friburgensis, botteronii, trollii) an. Wir hätten auch diese Orchideen-Spezialitäten fotografieren können, aber durch einige Missverständnisse fahren wir in die entgegengesetzte Richtung, nämlich auf deutscher Seite nach Bad Bellingen.

Durchwachsenblättriger Bitterling (Blackstonia perfoliata)
Durchwachsenblättriger Bitterling (Blackstonia perfoliata)

Dort kennt Florian ein Gebiet, wo der Durchwachsenblättrige Bitterling (Blackstonia perfoliata) wächst, der nur bei Sonne und hohen Temperaturen seine Blüten öffnet. Es handelt sich nicht um eine Orchidee, sondern um einen Enzian. Ich habe ihn vor vielen Jahren mühevoll gesucht und in der Nähe des Isteiner Klotzen gefunden. Siehe hier: „Die Jagd nach dem blaublütigen Enzian III“ und hier „Am Klotz in Istein“.

Blackstonia perfoliata
Durchwachsenblättriger Bitterling (Blackstonia perfoliata)
Blackstonia perfoliata
Durchwachsenblättriger Bitterling (Blackstonia perfoliata)
Durchwachsenblättriger Bitterling (Blackstonia perfoliata)
Durchwachsenblättriger Bitterling (Blackstonia perfoliata)
Durchwachsenblättriger Bitterling (Blackstonia perfoliata)
Durchwachsenblättriger Bitterling (Blackstonia perfoliata)
Wanzenknabenkraut (Anacamptis coriophora)
Wanzenknabenkraut (Anacamptis coriophora)

Eigentlich sind wir von der Hitze (heute sind es um die 30° Celsius) und dem Herumkraxeln schon ziemlich geschafft. Trotzdem möchte ich noch eine der Orchideen-Spezialitäten fotografieren, die gerade in der Nähe blüht und die ich noch nie in Natura erlebt habe: Das Wanzen-Knabenkraut (Anacamptis coriophora). Deshalb fahren wir noch zum Kaiserstuhl in das Ihringer Liliental. Die Gier nach der Orchidee lässt uns die schweren, hitzegeplagten Glieder fast vergessen, und wir wandern vorbei an Riesen-Lebensbäumen (Mammut-Bäumen) zum Gebiet der „Wanze“. Die meisten Exemplare sind noch nicht ganz aufgeblüht. Einige voll blühende finden wir aber trotzdem.

Wanzenknabenkraut (Anacamptis coriophora)
Wanzenknabenkraut (Anacamptis coriophora)

Bevor wir wieder über die Grenze zurück nach Frankreich fahren, genehmigen wir uns in Breisach kalte, alkoholfreie Getränke. Florian und Peter essen anschließend noch ein Eis. Ich verzichte, weil ich heute noch keinen Bissen gegessen habe.

Gegen 17:30 Uhr sind wir wieder bei Florian zu Hause. Peter und ich verabschieden uns von ihm und treten die Rückreise an. Wider Erwarten sind die Autobahnen zu unserer Freude frei.

Orchideen-Spezialitäten: Wanzenknabenkraut (Anacamptis coriophora)
Wanzenknabenkraut (Anacamptis coriophora)
Orchideen-Spezialitäten: Wanzenknabenkraut (Anacamptis coriophora)
Wanzenknabenkraut (Anacamptis coriophora)
Orchideen-Spezialitäten: Wanzenknabenkraut (Anacamptis coriophora)
Wanzenknabenkraut (Anacamptis coriophora)
Orchideen-Spezialitäten: Wanzenknabenkraut (Anacamptis coriophora)
Wanzenknabenkraut (Anacamptis coriophora)

Wir hatten den Pfingsturlaub-Rückreiseverkehr gefürchtet. Aber es ist eine entspannte Rückfahrt, wie ich sie selten erlebt habe. Um 21:30 Uhr bin ich zu Hause. Die Bilder-Ausbeute des Tages rühre ich heute nicht mehr an, denn ich bin todmüde und hungrig. Kurz etwas gegessen, dann ins Bett, denn morgen Früh wartet die Orgel auf ihren Einsatz zum Dreifaltigkeitstag in St. Antonius.

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