Unter den in Deutschland seltenen Apollofaltern ist der Moselapollo eine eigene Unterart des Roten Apollo und extrem vom Aussterben bedroht. 2011 glaubte man den Bestand an der Mosel gerettet zu haben, aber inzwischen sind die Bestände wieder enorm geschrumpft. Der Grund ist ganz offensichtlich das Versprühen von Pestiziden, vornehmlich per Heli aus der Luft. Ein Grund für uns, den Falter noch einmal zu besuchen, bevor er ganz verschwunden ist.
Klaus hat einen Standort an der Mosel ausfindig gemacht, wo ein Verein einen ökologischen Weinberg mit Lehr- und Naturgarten betreibt und bemüht ist, den Moselapollo zu erhalten. Wir fahren gemeinsam zum besagten Ort, wo wir Florian treffen.
Vor neun Jahren habe ich den Moselapollo schon einmal besucht (siehe: „Juusten, wi häw ä Problem: Mosel-Apollo“).


Der Verein hat zwei wunderschöne Gärten angelegt, die voller Leben sind. Lauben bieten schattige Sitzgelegenheiten und Ablagefläche für unser Foto-Equipment.



Wir erkunden den Garten am Hang, wo der Moselapollo sich hauptsächlich blicken lassen soll. In den Insekten-Hotels sorgen Wildbienen für den Nachwuchs. Aber die Goldwespen nutzen ständig die vorübergehende Abwesenheit der Bienen, um ihr todbringendes Ei in den Bienennestern abzulegen. Die Bienenlarven und deren Futtervorräte dienen den Goldwespenlarven als Nahrung. Es ist eben nicht alles Gold, was glänzt…


Ein Stück weiter trägt ein Feigenbäumchen bereits Früchte. Und ein Heupferd und die Raupe des Schwalbenschwanzes laben sich am Kraut des Rotlaubigen Fenchel.
Jede Menge Grosser Blauer Holzbienen schwirren umher. Es sind große Insekten mit bläulich schimmernden Flügeln (Name!).
Immer wieder lassen wir uns von den vielen umherfliegenden Kohlweißlingen täuschen, die im Flug dem Moselapollo ähneln. Aber schließlich lassen sich endlich auch unsere Protagonisten blicken. Auf Flockenblumen setzen sie sich sehr gerne. Aber nur eine blüht hier noch. Da muss die Brombeerblüte herhalten.
Tatsächlich kann ich sogar zwei Moselpollos auf einmal fotografieren.
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Nachdem Florian uns mit Kirschen versorgt hat, fahren wir noch zum Dortebachtal bei Klotten in der Hoffnung, den Schillerfalter zu sehen. Den Moselapollo scheint es hier leider nicht mehr zu geben. Auch den Schillerfalter sehen wir nicht, dafür aber einen Brombeer-Perlmuttfalter.



Mit Florian fahre ich nach Hause zurück. Wir wollen die nächsten 3 Tage im Ochsenmoor verbringen, brechen unseren Besuch aber nach einem Tag ab (siehe: „Ochsentour durchs Ochsenmoor“) und fahren am übernächsten Tag zuerst zum Apolloweg nach Valwig und dann wieder hierher. Die Hitze ist unglaublich, dass sogar die Tiere ihre öffentlichen Auftritte meiden. Den Moselapollo sehen wir zwar, denn sobald sich eine Wolke vor die Sonne schiebt und es ein wenig kühler wird, fliegt er ein wenig, aber fotografieren können wir ihn leider nicht.


Florian versorgt mich mit köstlichen und bei der Bullenhitze erfrischenden „Melonenschnitzeln“, bevor er sich Richtung Süden und ich mich Richtung Norden auf den Heimweg machen.
Einige Tage später fahre ich mit Peter noch einmal zum Moselapollo. Letzterer lässt sich leider nicht sehen. Dafür aber eine Mauereidechse, die sich auf ihrer Sonnenbank wärmt. Eine weitere Eidechse döst auf einem Moosbett.
Heute schwirren jede Menge Taubenschwänzchen wie Kolibris umher. Es ist nicht leicht, sie zu fotografieren.
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Während Peter konzentriert eine Gruppe Kohlweißlinge fotografiert, sehe ich neben ihm einen seltenen Segelfalter auf einer Blüte. Der Falter ist ein Traummotiv! Leider hat er an einem Flügel bereits eine Macke.
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Auf einem Blatt entdecke ich eine Rote Mordwanze. Ihre Stiche sind schmerzhaft, aber sie lässt sich ungestraft ablichten.
Schließlich zieht noch ein Distelfalter unsere Aufmerksamkeit auf sich, bevor wir uns wieder auf den Heimweg machen.




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Zwei Tage später sind Peter und ich noch einmal hier. Wieder staunen wir über die Artenvielfalt, die es hier gibt. Aber vom Moselapollo keine Spur. Vermutlich ist seine Flugzeit für dieses Jahr vorbei. Dafür fliegen vier Segelfalter im Gebiet umher. Und schließlich auch ein Schwalbenschwanz. Vermutlich der, dessen Raupe wir 14 Tage zuvor fotografiert haben.

Wir nehmen uns vor, im nächsten Jahr Mitte Juni erneut die Mosel zu besuchen um zu schauen, ob der Moselapollo 2027 noch einmal zu sehen ist. Ich gehe aber davon aus, dass der Moselapollo mich nicht überleben wird…






















































