QHY MiniCam8 an Canon-Objektiven: Canon EF 17-40mm f/4L USM an der MiniCam

QHY MiniCam8 an Canon-Objektiven

Kurz vor meinem Schwarzwald-Urlaub, der auch immer ein Astro-Urlaub ist, habe ich Herrn Breite von astrolumina angerufen und mir eine QHY MiniCam8 Evo bestellt, die auch postwendend eintraf. U.a. möchte ich die QHY MiniCam8 an Canon-Objektiven nutzen.

Da ich als Naturfotograf für die Astrofotografie meine Kamera-Objektive nutze, will ich die neue QHY MiniCam8 an Canon-Objektiven betreiben.  Auf der Website von QHY ist die Montage der Filter und sind auch die Abmessungen der Kamera beschrieben. Der Hinweis von Herrn Breite, dass es da (mechanische) Schwierigkeiten mit dem gleichzeig bestellten OAG geben könnte, ist goldrichtig. Aber der Betrieb der Kamera ohne OAG an meinen Canon-Objektiven funktioniert! Wie, das erkläre ich nachfolgend.

Beim Internet-Versandhändler entdecke ich einen C-Mount-Canon RF-Adapter von Urth. Auch C-Mount-Ausgleichsringe 0,5 und 1mm bestelle ich vorsichtshalber gleich mit.

QHY MiniCam8 an Canon-Objektiven: Adapter von Urth
Adapter von Urth

Der Anschluss der MiniCam am C-Mount-Adapter auf der einen Seite, und der Anschluss des Canon-Objektivs auf der anderen Adapter-Seite funktioniert problemlos. Bei den ersten Tests stelle ich fest, dass der Fokuspunkt weit vor der Unendlichmarke des Objektivs liegt. Abhilfe schafft die Montage einer der bestellten C-Mount-Ausgleichsringe zwischen Kamera und Adapter.

Gain und Offset? Im LHDR-Modus (Linearity HDR) stellt die Kamera den Gain und den Offset selbsttätig ein. Die Aufnahmen zeigen im Fits-Header: Gain 9 und Offset 100.

Im Gegensatz zu den herkömmlichen Chip-Formaten (z.B. des IMX571), die das Seitenverhältnis 3:2 haben, besitzt der IMX585 der MiniCam das Seitenverhältnis 16:9.

Um alles das, was ich mit den IMX571-Kameras auf ein Bild bekomme, auch komplett im Bildausschnitt der MiniCam bzw. des IMX585 zu haben, benötige ich eine um das ca. 2,5-fach geringere Brennweite.

Meine ersten Aufnahmen mit der QHY MiniCam8 an Canon-Objektiven sollen alte Aufnahmen des Delphin-Nebels WR134 im Sternbild Schwan ergänzen. Diese damaligen Aufnahmen habe ich mit der Omegon 571C und meinem Canon EF 600mm f/4L IS II USM incl. 1,4-fach Telekonverter, also mit 840mm Brennweite und Duo-Narrowband-Filter aufgenommen (siehe auch: Canon-Objektive an Astro-Kameras – Adapter-Test, QHY268C mit Filterschublade und Canon-Adapter und Astrofotografie mit dem Canon EF 600 – Montageanleitung). Meine neue MiniCam und deren OIII-Filter möchte ich nun dazu nutzen, die OIII-Bereiche von WR134 zu verstärken. Ich wähle dazu mein Canon-Objektiv EF 300 f/4L IS USM, das in Verbindung mit dem IMX585 der MiniCam einen etwas größeren Bildausschnitt liefert, als 840mm Brennweite am IMX571-Sensor.

QHY MiniCam8 an Canon-Objektiven: Canon EF 300mm f/4L USM an der MiniCam
Canon EF 300mm f/4L USM an der MiniCam

Seit geraumer Zeit sammle ich Photonen eines bestimmten Himmelsabschnitts mit meinem EF 100mm f/2.8L Makro IS USM und dem IMX571-Sensor. Nun möchte ich u.a. auch die OIII-Bereiche dieses Objekts mit der neuen Kamera verstärken. D.h., für den Himmelsausschnitt mit 100mm Brennweite und IMX571 brauche ich beim IMX585 40mm Brennweite. Ich nutze dazu mein EF 17-40mm f/4L USM. Hier gibt es einiges zu beachten. Problematisch ist die Befestigung der Einheit auf der Losmandy-kompatiblen Montageplatte.  Das funktioniert über ein Konstrukt mit einer entsprechend großen Leitrohrschelle. Für stabiler halte ich die Verwendung einer Objektivschelle/Stativhalterung. Es passt einigermaßen die Stativschelle für das EF 100mm f/2.8 L Makro  IS USM. Man muss trotzdem höllisch aufpassen, dass alles fest sitzt und sich nicht lösen kann.

QHY MiniCam8 an Canon-Objektiven: Canon EF 17-40mm f/4L USM an der MiniCam
Canon EF 17-40mm f/4L USM an der MiniCam
Canon EF 17-40mm f/4L USM an der MiniCam
Canon EF 17-40mm f/4L USM an der MiniCam
QHY MiniCam8 an Canon-Objektiven: Canon EF 17-40mm f/4L USM an der MiniCam
Canon EF 17-40mm f/4L USM an der MiniCam

Ein weiteres Problem ergibt sich beim Dithering. Mit meiner „üblichen“ Guiding-Optik (240mm mit ZWO ASI178 MC) benötige ich seitens PHD2 geschlagene 73 Dither-Pixel um auf den Aufnahmen einen maximalen Dither-Effekt von 10 Pixeln zu erhalten. Das erfordert die Anpassung der Parameter „Maximale Ruhezeit“ und „Pixeltoleranz nach Ruhezeit“ in NINA/PHD2, um Eiersterne/Strichsterne zu vermeiden. Besser ist es, gleich eine passendere Guiding-Einheit (z.B. Svbony Mini-Sucher SV165 mit 120mm Brennweite und ZWO ASI120MM) einzusetzen. Hier benötige ich nur 23 Dither-Pixel für einen 10-Pixel Dither-Effekt.

Auf jeden Fall: Der Betrieb der QHY MiniCam8 an Canon Objektiven läuft einwandfrei.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert