An einem Freitag fahre ich mit Günther und Achim zu einer Eisvogelhütte in den Niederlanden. Es ist Freitag der 13., ein trüber Tag ohne Sonne. Werden wir überhaupt den Eisvogel beim Angeln vernünftig fotografieren können?
Peter, der heute einen wichtigen Termin wahrnehmen muss, hat mir seinen Platz in der angemieteten Eisvogelhütte überlassen. Das Angebot habe ich gerne angenommen. So hole ich Günther um 6:15 Uhr ab, und wir fahren zu Achim, der uns zur Hütte chauffieren wird. Von Achim aus sind es noch mehr als zwei Stunden Fahrt, so dass wir gegen 9:20 Uhr am Zielort ankommen.

Natürlich habe ich den Eisvogel bereits ausgiebig fotografieren können (siehe: „Der Eisvogel – Aufzucht an der Urdenbacher Kämpe“). Aber es ist immer wieder ein Erlebnis, diesen schönen Vogel zu beobachten, weshalb ich mich schon auf die kommenden Stunden freue.

Der Vermieter der Eisvogelhütte ist selbst Fotograf und weiß deshalb, wie Gelände und Hütte fotogerecht beschaffen sein müssen. In unserer Hütte ist theoretisch zwar Platz für vier Fotografen, aber drei Fotografen mit Stativen und Kameras füllen die Hütte auch schon gut aus.

Die Eisvogelhütte ist mit einem Heizofen und Bürostühlen ausgestattet. Ein paar Ventilatoren stehen zur Verfügung, um die Scheibe, durch die wir fotografieren müssen, von Beschlag zu befreien.

Durch diese Scheibe blicken wir auf ein großes Holzgestell, auf dem ein künstlicher Teich angelegt ist. Damit ist der Wasserspiegel quasi auf Augenhöhe. Es gibt für den Eisvogel zwei Ansitze, die sich gegenüberliegen. Zwischen den beiden Ansitzen befindet sich im Wasser ein kleines Holzstäbchen, auf das man fokussieren kann, um den Eisvogel beim Fischen möglichst scharf ablichten zu können. Der Vermieter hat bereits vor unserer Ankunft Fische für den Eisvogel im Teich ausgesetzt.
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Ein Stück weit hinter dem Teich befindet sich eine Bambushecke, die, wenn die Sonne darauf scheint, einen schönen Hintergrund für die Fotos bildet. Aber heute scheint die Sonne leider nicht.

Die Beobachtungshütte, in der wir uns befinden, hat einen entscheidenden Unterschied zu der Hütte, in der ich fast genau vor drei Jahren mit Klaus war (siehe: „Vogelkijkhutten – Vogelbeobachtung einmal anders“): Wir beobachten hier keine Vögel in einer riesigen Volière, sondern Vögel in freier Natur!
Eine Futterstelle sorgt dafür, dass sich alle möglichen Vögel um den Teich herum tummeln. So warten wir auf die Ankunft des Eisvogels.

Irgendwann informiert uns Achim, der von seinem Platz aus einen etwas anderen Blickwinkel hat, dass der Eisvogel unten am Naturteich sitzt. Unterhalb unseres Kunstteichs befindet sich nämlich ein weiterer kleiner Teich, der von einer zweiten Beobachtungshütte aus gesehen werden kann.

Endlich kommt der Eisvogel zu uns und setzt sich auf den rechten Ansitz. Es gilt, den Auslöser reaktionsschnell zu betätigen, sobald der Eisvogel sich Richtung Wasseroberfläche stürzt. Mit unseren „Schnellfeuergewehren“ halten wir die Auslöser so lange gedrückt, bis der Eisvogel wieder auf seinem Ansitz zurück ist und dort den erbeuteten Fisch verschlingt.

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Zwei, drei Fische holt er sich, dann ist er für längere Zeit wieder verschwunden.
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Fast auf die Minute genau, kommt er jede Stunde angeflogen, um sich seinen kleinen Magen mit ein paar großen Fischen vollzuschlagen. „Groß‘“ ist natürlich relativ. Aber wenn man die Größe der Fische im Verhältnis zur Größe des Eisvogels sieht, dann ist das schon beachtlich, wenn er drei Fische hintereinander komplett verschlingt. Ich überlege, wie viele Haxen ich komplett verschlingen müsste, um bei meiner Körpergröße auf die gleiche Leistung zu kommen…

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Glücklicherweise habe ich nicht nur mein 600mm-Objektiv mitgenommen, sondern auch das 100-400mm. Das 600er ist schon grenzwertig, um den Vogel gut zu erwischen. Mit 400mm Brennweite ist das kein Problem. Aber das 400er ist mit Blende 5.6 nicht so lichtstark. Bei dem trüben Wetter habe ich bei der benötigten Verschlusszeit von einer 2000stel Sekunde einen ISO-Wert von 12.800!! Früher konnte man solche, durch extrem hohe ISO-Werte verrauschten Fotos, direkt wegschmeißen. Inzwischen bietet z.B. Lightroom eine hervorragende Entrauschungs-Funktion, die solche Bilder rettet.
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Gegen 14:15 Uhr sitzt der Eisvogel auf seinem Ansitz, schaut in das Wasser, aber stürzt sich nicht mehr hinein. Offenbar sind nun keine Futterfische mehr im Teich. Schade.
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Wir fotografieren noch ein paar badende Vögel und treten gegen 15 Uhr die Rückfahrt über die freitagnachmittagfeierabendverkehrsverstauten Autobahnen an.


































