Das fertig gerahmte Bild

Fotos richtig rahmen – eine Anleitung

35 Bilder muss ich für meine erste Ausstellung rahmen. Für die ersten Exemplare brauche ich jeweils eine halbe Stunde und mehr. Als ich endlich raushabe, wie ich das am rationellsten angehe und eine gewisse Routine einkehrt, brauche ich pro Bild nur noch 10 Minuten. 35 Fotos richtig rahmen – wie ich das gemacht habe, kannst du in dieser Anleitung lesen.

Für die von mir verwendeten Kunststoff-Rahmen der Marke „Miro“ bzw. „effect“ und des Typs „Art“ zeige ich dir hier, wie ich beim Rahmen vorgegangen bin und welche Hilfsmittel und Materialien ich verwendet habe.

Was benötige ich?

  1. Fotodrucke (die Bilder)
  2. Rahmen
  3. Passepartouts
  4. Auf Papier ausgedruckte Bildunterschriften (Schildchen)
  5. Liste (Excel-Sheet) der einzurahmenden Bilder (insbesondere dann, wenn mehr Fotodrucke vorhanden sind als Rahmen und die endgültige Auswahl noch nicht getroffen wurde)
  6. Microfaser-Handschuhe
  7. Microfaser-Staublappen
  8. Filmoplast P
  9. Zollstock
  10. Ordnerlasche
  11. Schere
Ordnerlasche, Zollstock und Schere
Ordnerlasche, Zollstock und Schere
Microfaser-Handschuhe und Microfaser-Tuch
Microfaser-Handschuhe und Microfaser-Tuch

 

 

 

 

 

filmoplast P
filmoplast P
Bildunterschriften (Schildchen)
Bildunterschriften (Schildchen)

 

 

 

 

 

Vorbereitend schneide ich die Schildchen aus und lege sie geordnet ab.

Rahmen "Miro" bzw. "effect" mit Antireflexglas
Rahmen „Mira“ bzw. „effect“ mit Antireflexglas

Um nicht unnötig Staub einzufangen, packe ich nur jeweils einen Rahmen aus. Ich habe mich für Mira-Rahmen (effect-Rahmen) „Art“ mit Antireflexglas (wegen der reduzierten Spiegelung und etwas unempfindlicher gegen Fingerabdrücke, Schlieren etc.) entschieden, in der Größe 50×60 cm. Die mitgelieferten Schutzecken verwahre ich für den Transport zum Ausstellungsort. Auch das Einlegepapier (hier weiß/grau/rot mit dem Schriftzug „effect“) verwende ich später als zusätzliche Lage zwischen Foto-Rückseite und Rückwand des Rahmens.

Den ausgepackten Rahmen lege ich mit der Glasseite auf einen Tisch. Und zwar so, dass die Aufhängevorrichtung jeweils (Hoch-/Querformat beachten!) von mir weg zeigt. :

Rahmen mit Rückseite nach oben
Rahmen mit Rückseite nach oben, der später verwendete Aufhänger zeigt nach hinten

 

Ich löse die Laschen links und rechts um den unteren Teil des Rahmens (untere Rahmenleiste) zu entfernen. Dann spreize ich die linke und rechte Rahmenleiste auseinander und ziehe sie von Rückwand und Glas ab. Ich drücke sie in Richtung der oberen Rahmenleiste, um auch diese von Platte und Glas abzuziehen. Das zusammenhängende Gebilde aus den drei Rahmenseiten und die separierte untere Rahmenleiste lege zur Seite.

 

Rahmenarretierung links unten lösen
Rahmenarretierung links unten lösen
Rahmenarretierung rechts unten lösen
Rahmenarretierung rechts unten lösen

 

 

 

 

Untere Rahmenleiste entfernen
Rahmenleisten links und rechts abspreizen und untere Rahmenleiste entfernen
Rahmenleisten vom Rahmenglas und von der Rückwand abziehen
Rahmenleisten vom Rahmenglas und von der Rückwand abziehen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Rückwand mit Aufhängern nach unten, Einlegepapier oben
Rückwand mit Aufhängern nach unten, Einlegepapier oben

Nun nehme ich die Rückwand zusammen mit dem Einlegepapier vom Glas ab und lege sie mit den Aufhängern nach unten auf eine Platte/einen Tisch. Den Aufhänger entsprechend dem Bildformat wieder von mir weg zeigend.

 

 

 

 

 

Das Foto wird auf die Rückwand mit dem Einlegepapier gelegt
Das Foto wird auf die Rückwand mit dem Einlegepapier gelegt

Jetzt ziehe ich die Handschuhe an, nehme das einzurahmende Foto aus dem Karton und lege es mit der Bildseite nach oben auf die Rückwand mit dem Einlegepapier.

 

 

 

 

 

 

 

Das Passepartout wird auf das Foto gelegt
Das Passepartout wird auf das Foto gelegt

Danach wische ich mit dem Staubtuch einmal über das entsprechende (quer-/hochformatige) Passepartout und lege dieses dann auf das Foto und richte es so aus, dass der Bildrand im Passepartout-Ausschnitt nicht mehr zu sehen ist und das Bild gerade ausgerichtet unter dem Passepartout liegt.

 

Das ganze Paket wird vorsichtig umgedreht
Das ganze Paket wird vorsichtig umgedreht, die Rückwand liegt oben

Ich greife das ganze Paket so, dass ich das Bild unter dem Passepartout mit diesem und der Rückwand zusammenhalte (damit nichts verrutscht) und drehe das Ganze um, so dass nun die Rückwand des Rahmens oben liegt.

 

 

Passepartout mit Foto (Rückseite)
Passepartout mit Foto (Rückseite) – die schwarzen Schrägschnitt-Passepartouts sind nur auf der Oberfläche der Vorderseite schwarz, ansonsten weiß!

Die Rückwand und das Füllpapier nehme ich vorsichtig ab. Nochmals richte ich das Foto, das jetzt von der Rückseite zu sehen ist, vorsichtig aus. In der Regel prüfe ich nochmals kurz nach, ob die Bildränder gleichmäßig um den Passepartout-Ausschnitt angeordnet sind. Das mache ich, indem ich mit den Fingern vorsichtig an den Ausschnitt-Rändern vorbeifühle (es darf dabei natürlich nichts verrutschen!).

Jetzt ziehe ich die Handschuhe aus und klebe das Bild mit einem Streifen Filmoplast am oberen Passepartoutrand fest (etwa in der Mitte). Den filmoplast-Streifen nicht vertikal, sondern horizontal aufkleben! Wenn du den schmalen Streifen vertikal anbringst, haben Foto und Passepartout nicht genug Verbindungsfläche und das Foto verrutscht später im Rahmen unter dem Passepartout.

filmoplast falsch (vertikal) aufgeklebt
filmoplast falsch (vertikal) aufgeklebt
filmoplast richtig (horizontal) aufgeklebt
filmoplast richtig (horizontal) aufgeklebt

 

 

 

 

 

 

 

Da das Bild im Rahmen unter dem Passepartout arbeitet (sich je nach Temperatur dehnt/zusammenzieht) darf kein Klebestreifen auf den anderen Bildseiten vorhanden sein. Das Bild wellt sich sonst.

Handschuhe wieder anziehen, Bild vorsichtig aufnehmen, kurz kontrollieren, ob es richtig im Passepartoutausschnitt liegt und mit der Bildseite auf das vorher entstaubte Rahmenglas legen.

Das Ganze vorsichtig aufnehmen und umdrehen, so dass das Glas nun oben ist.

Ich kontrolliere, ob sich vielleicht doch Staub zwischen Glas und Bild/Passepartout gesetzt hat und entferne diesen gegebenenfalls.

Nun nehme ich die drei zusammenhängenden Rahmenseiten, die ich vorher abgelegt habe und klemme das Bild möglichst weit oben links und rechts hinein. Dann schiebe ich die Rahmenleisten nach unten, damit auch die obere Rahmenleiste auf das Bild geschoben werden kann. Im unteren Teil sind der rechte und linke Rahmenschenkel noch immer abgespreizt!

Die drei zusammenhängenden Rahmenleisten oben links...
Die drei zusammenhängenden Rahmenleisten oben links…
...und oben rechts auf das beglaste Bild schieben
…und oben rechts auf das beglaste Bild schieben

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Rahmenleisten liegen oben an, sind aber unten links...
Rahmenleisten liegen oben an, sind aber unten links…
...und unten rechts noch abgespreizt
…und unten rechts noch abgespreizt

Nun schiebe ich auf der Unterseite des Bildes das ausgeschnittene Schildchen vorsichtig zwischen Glas und Passepartout und richte es mit dem Zollstock mittig aus. Dazu benutze ich die Ordnerlasche. Das Schildchen belasse ich möglichst weit am unteren Rahmenrand, da dort die Spannung am höchsten ist und das nicht angeklebte Schildchen an seinem Ort bleibt.

Schildchen einschieben und mit dem Zollstock mittig ausrichten
Schildchen einschieben und mit dem Zollstock mittig ausrichten
Schildchen mit der Ordnerlasche gerade ausrichten
Schildchen mit der Ordnerlasche gerade ausrichten

 

 

 

 

 

 

Mit einer Hand das Bild am Schildchen zusammendrücken
Mit der Hand das Bild am Schildchen zusammendrücken und gleichzeitig die untere Rahmenleiste darüberschieben

Während ich in Schildchennähe Glas und Rückwand mit einer Hand zusammendrücke, versuche ich die untere Rahmenleiste so zu positionieren, dass ich sie am Schildchen auf das Bild schieben kann. Ist das gelungen, drücke ich sie am unteren Rand fest.

Nun nehme ich die Rahmenseiten und drücke sie in den unteren Rahmen hinein. Alle Seiten werden noch einmal angedrückt. Die Laschen auf der Rückseite müssen einrasten.

Die abgespreizten Seitenleisten in die untere Rahmenleiste schieben
Die abgespreizten Seitenleisten in die untere Rahmenleiste schieben…
...und andrücken
…und andrücken

 

 

 

 

 

Arretierung auf der Rückseite prüfen...
Arretierungen auf der Rückseite prüfen…
...und Rahmenleisten nochmals andrücken bis Arretierungen einrasten
…und Rahmenleisten nochmals andrücken bis Arretierungen einrasten

 

Auf meiner Liste hake ich den Eintrag für das gerade gerahmte Bild ab.

Fertig!

Das fertig gerahmte Bild
Das fertig gerahmte Bild

6 Gedanken zu „Fotos richtig rahmen – eine Anleitung“

  1. Hallo Ronald, schön wieder etwas von Dir zu hören, bzw. zu lesen. Gerne klicke ich mich auf “ eifelpanorama “ ein und erfreue mich an deinen Berichten und lerne immer wieder dazu (Rahmen von Bildern!!).
    Liebe Grüße auch an Erika von Irmgard

    1. Liebe Irmgard,
      vielen Dank für deinen Kommentar.
      Es freut mich, dass du den Tipp mit dem Rahmen von Bildern gebrauchen kannst!
      Liebe Grüße an dich und Horst

      Ronald

  2. Hallo!

    Danke erstmal für den sehr ausführlichen Beitrag! Leider hast du ncihts über Puzzle-einrahmen gesagt, deswegen meine Frage:
    Ich bin Puzzlefreund und würde mein letztes Puzzel gerne ienrahmen, weiß aber nicht, wie ich das am besten angehe. Gibt ja genug Läden, die extra Puzzlebilderrahmen anbietet ( unter „Puzzelbilderahmne“). Braucht man sowas oder tuts ein billiger Rahmen auch?

    Danke
    Domi

    1. Hallo Domi,
      schön, dass du auf meine Website gefunden hast. Um deine Frage zu beantworten: Das ist schwer zu sagen. Du wirst ja das Puzzle irgendwo aufkleben müssen, damit es nicht auseinanderfällt. Ob man das direkt auf die Rückwand eines Rahmens kleben kann, weiß ich nicht. Ein Foto mit Passepartout hat üblicherweise eine Dicke zwischen etwa 1,5 und 1,8 mm. Das passt in die Klemmleisten der Rahmen, die ich verwendet habe. Um sicherzugehen, dass die Rahmen für meine Zwecke passen, habe ich einen Testkauf gemacht. Ich weiß nicht, welche Stärke dein Puzzle hat. Vermute aber, dass die Teile dicker sind als die von mir verwendeten Passepartouts. Das wird auch der Grund sein, weshalb es spezielle Puzzle-Rahmen gibt. Vielleicht kannst du dir ja eine Möglichkeit auftun, so einen preiswerten Rahmen mal zu testen.
      Grüße aus der Eifel
      Ronald

  3. Hallo Ronald,

    danke für deine Hilfe, ich habe auf deinen Rat gehört und mir jetzt tatsächlich einfach mal so nen extra puzlerahmen bestellt und schaue mal, ob das geht 😉

    Lg
    Domi

    1. Hallo Domi,
      dann wünsche ich dir viel Erfolg beim Einrahmen deines Puzzles!
      Und bleib dieser Website treu!
      Viele Grüße
      Ronald

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