Mobiles Futtergestell

Vögel füttern für die Kamera – mobiles Futtergestell im Selbstbau

In diesem Winter besuchen Peter und ich einige Vogelfutterstellen, an denen man bequem aus dem Auto heraus die gefiederten Freunde gut fotografieren kann. Die besonderen Leckerbissen lege ich jeweils auf den Kuppen kleiner Erhebungen an den Futterstellen ab, damit die Vögel möglichst freigestellt fotografiert werden können. Das bringt uns auf die Idee für ein mobiles Futtergestell im Selbstbau.

Denn so ein mobiles Futtergestell erleichtert und verbessert das Freistellen der Protagonisten. Und außerdem hast Du damit bessere Einflussmöglichkeiten auf Lichteinfall und Hintergrund.

Peter hat die Idee: Aus zwei Ästen baut er sich ein T-förmiges Gestell, das er in den Boden rammen kann. In den Querast schneidet er einen langgestreckten U-förmigen Ausschnitt für das Futter.

Als Peter mir seine Konstruktion vorstellt, bin ich sofort davon begeistert. Einige Tage später mache ich mich an einem verregneten Tag daran, Peters Idee aufzugreifen und mir ebenfalls ein Futtergestell zu bauen. Statt einen U-förmigen Ausschnitt für das Futter in den Querast zu schneiden, gehe ich ein wenig anders vor.

Interessierte Naturfotografen unter den eifelpanorama-Fans finden hier eine kleine Anleitung, in der ich beschreibe, wie ich mein Futtergestell konstruiert habe. Handwerkliches Geschick ist für den Nachbau kaum erforderlich. Zweckmäßigkeit vor Schönheit ist die Devise. Und sicherlich kann auch dieses mobile Futtergestell noch  verbessert werden.

Was Du brauchst, bzw. was ich für den Bau verwendet habe:

  • 3 stabile Lochplatten
  • 5 Lochwinkel
  • 3-4 Plastikschälchen z.B. transparente Kunststoffverpackungen von AA-Batterien
  • Holzschrauben
  • Aukkuschrauber
  • Äste verschiedener Längen und Dicke

Als Erstes suchst Du Dir einen Ast, der sich von der Länge und der Stabilität her als vertikales Trägerstück eignet. Vorteilhaft ist, wenn das obere Ende etwas abgeschrägt und das untere Ende abgeschrägt oder angespitzt ist. An das untere Ende schraubst Du zwei der stabilen Lochplatten. Sie müssen überstehen, denn sie sollen ja später mit dem Ast in die Erde gerammt werden können.

Etwas über dem angespitzten/angeschrägten unteren Astende befestigst Du noch 2-3 Winkel, die der Standsicherheit dienen.

Lochplatte und Lochwinkel am unteren Ende des Gestells
Mobiles Futtergestell mit Lochplatte und Lochwinkel am unteren Ende des Gestells
Lochplatte und Lochwinkel am unteren Ende des Gestells
Mobiles Futtergestell mit Lochplatte und Lochwinkel am unteren Ende des Gestells

An das obere, abgeschrägte Ende des Astes befestigst Du den vorderen (dicken) Querast mit Hilfe der dritten stabilen Lochplatte.

Jetzt schraubst Du noch zwei Lochwinkel an den Querast, die den Futterschälchen eine stabile Unterlage bieten sollen. Danach befestigst Du die „Batterie-Futterschälchen“, indem Du sie mit ihrem Rand an den Querast schraubst.

Befestigung zwischen vertikalem und dickem Querast mit Lochplatte, sowie Lochwinkel als Unterlage für die Futterschälchen (von unten gesehen)
Befestigung zwischen vertikalem und dickem Querast mit Lochplatte, sowie Lochwinkel als Unterlage für die Futterschälchen (mobiles Futtergestell von unten gesehen)
Befestigung der Futterschälchen (hier: Batterieverpackungen) am dicken Querast
Befestigung der Futterschälchen (hier: Batterieverpackungen) am dicken Querast

Nun suchst Du Dir einen geeigneten Ast, den Du an die Winkel hinter den Futterschälchen anschraubst. Dieser hintere Ast sollte den vorderen in der Höhe etwas überragen, damit die Füße der Vögel später auf Deinen Fotos auch noch zu sehen sind. Außerdem bevorzugen die Tiere erfahrungsgemäß den etwas höheren Ansitz. Und schließlich wenden sie Dir dann nicht den Rücken, sondern überwiegend das Gesicht zu.

Seitenansicht des oberen Teils des Futtergestells
Mobiles Futtergestell in der Seitenansicht des oberen Teils

Für die bessere Standfestigkeit solltest Du noch auf den Winkeln am Fuß des Gestells zwei Stämmchen schrauben.

Montage der Stützfüße auf den unteren Lochwinkeln (Ansicht von unten)
Montage der Stützfüße auf den unteren Lochwinkeln (Ansicht von unten)
Standfüße des hier bereits in den Boden gerammten Gestells von oben
Standfüße des hier bereits in den Boden gerammten Gestells von oben
Mobiles Futtergestell (Vorderansicht)
Mobiles Futtergestell (Vorderansicht)
Mobiles Futtergestell (Rückansicht)
Mobiles Futtergestell (Rückansicht)

Ein wenig Moos kann zur Tarnung oder Verschönerung auf den vorderen Querast gelegt werden.

Und nun das Allerwichtigste: Du musst den Vögeln Orientierung geben. Sie müssen wissen, wo sie sich hinsetzen sollen, denn sie haben vermutlich keine Ahnung vom Fotografieren. Das fertige Machwerk sieht dann so aus:

Das fertige Futtergestell mit Sitzhinweis für die Vögel
Fertiges mobiles Futtergestell mit Sitzhinweis für die Vögel

Einige Fotos, die mit Hilfe des mobilen Futtergestells entstanden sind, findest Du hier: Wird aus Mehlwürmern Mehl gemacht? Oder: Unsere Singvögel im Winter

Ich wünsch Dir viel Erfolg beim Nachbau und Deinen Protagonisten viel Spaß beim Futterfassen!

Nachtrag (nächste Eskalationsstufe)

Kennst Du den Begriff „Bananen-Software“? So haben wir immer Computer-Programme bezeichnet, die unausgereift ausgeliefert, und dann ständigen Nachbesserungen unterworfen waren. Bananen-Software ist also Software, die erst beim Anwender reift.

So ähnlich ist das mit dem Futtergestell.

Im praktischen Einsatz des Gestells hat sich nämlich folgender Optimierungsbedarf herausgestellt:

  • Die Vögel haben vor den Futterschälchen und/oder den darunter durchscheinenden Metallwinkeln ziemlich Respekt. Darum habe ich die Schälchen unter Zuhilfenahme eines Heißklebers mit Rindenstreifen abgedeckt und zugeklebt. Da die Rindenstückchen eine zwischen den Ästen vertiefte Plattform bilden, kann dort das Lockfutter für die Vögel gut, für die Kamera kaum sichtbar aufgestreut werden.
  • Zum Transport ist das Gestell leider etwas sperrig und durch das Einrammen in den Boden manchmal sehr verschmutzt.
  • Für den Gebrauch an Futterstellen, wo man das Gestell auf einem Erdwall anbringen kann, ist die Länge des Gestells o.k. Möchte man die Vögel allerdings näher heranlocken und deshalb das Gestell z.B. vor einen Wall stellen, ist es für die Freistellung der Vögel oft zu kurz. Mit anderen Worten: Das Gestell müsste idealerweise höhenverstellbar sein!

Die zündende Idee kommt mir, als ich beim Kramen in meinen Fotosachen eine ausrangierte Kameraplatte finde. Ich montiere das „Futtermodul“ vom Ständer ab und schraube die Kameraplatte unter das Modul.

Mittels einer ausrangierten Objektivplatte kann das obere Futtergestell-Teil schnell und eifach auf ein Stativ geklemmt werden
Mittels einer ausrangierten Objektivplatte kann das obere Futtergestell-Teil schnell und eifach auf ein Stativ geklemmt werden

Jetzt brauche ich das Futtermodul nur noch mit Hilfe der Schnellkupplung auf ein Stativ bzw. einen Kugelkopf zu klemmen.

Nun gibt es kein Transportproblem mehr und Bodenunebenheiten kann ich ebenfalls ausgleichen. Auch Höhe und Neigung sind mit der neuen Konstruktion variabel!

Die fertige Konstruktion des mobilen Futtergestells
Die fertige Konstruktion des mobilen Futtergestells

 

5 Gedanken zu „Vögel füttern für die Kamera – mobiles Futtergestell im Selbstbau“

  1. … dem „“ Inginör iss nix zu schwör „“ hab ich während meiner Berufsausbildung gelernt … eine “ zündende Idee „“ fein umgesetzt.
    Josef und ich hatten das zwar vor drei Jahren schon in meinem Garten exerziert , das konnte du ja nicht wissen und auf den Fotos kann man (( N )) es auch nicht sehen. Nun hast du den ältesten Trick der Naturfotografen propagiert .. Na gut den anderen sei es gegönnt . Jetzt muss man nur noch seltenere Vögel anlocken , Meisen hat ja jeder. :-))
    Dir noch ne schöne Winterzeit und gr an Peter …man sieht sich
    … heinz

    1. Hallo Heinz,
      vielen Dank für Deinen Kommentar und die Info.
      Du raubst mir alle Illusionen. Ich habe mit dem mobilen Futtergestell bereits das große Geschäft gewittert, und als angehender Multimillionär bei Canon die gesamte Objektiv- und DSLR-Palette bestellt. Dich wollte ich gegen mehr als fürstliche Bezahlung als Kamera- und Objektivträger einstellen. Nun ist meine Multimillionärs-Blase zerplatzt und Du bist Deinen lukrativen Job los, bevor Du ihn antreten konntest.
      Pech für uns beide…
      Liebe Grüße
      Ronald

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.