Kreuzotter im tionalpark De Meinweg

Die Schönen und das Biest – Kreuzotter-Suche in den Niederlanden

Eine der größten Kreuzotter-Populationen gibt es etwa 70 km von meinem Dorf entfernt, im Deutsch-Niederländischen Grenzgebiet Lüsenkamp/Boschbeek/De Meinweg. Schon mehrfach habe ich versucht, die Kreuzotter zu finden. Über die Höllenotter-Suche habe ich auf meiner Website unter „Die Sache mit den Giftschlangen und den Gämsen“ berichtet. Im vorigen Jahr habe ich bei Donaueschingen an einer Kreuzotter-Führung teilgenommen. Leider war es mir nicht gelungen, die gesichteten Kreuzottern zu fotografieren. In diesem Jahr will ich sie aber unbedingt ablichten.
Kreuzotter im tionalpark De Meinweg
Kreuzotter im Nationalpark De Meinweg

Bereits Mitte März bin ich in De Meinweg auf Kreuzotternsuche. Mit Kumpel Peter treffe ich auf Peter Keijsers, einen Biologen aus Belgien, der hier die Kreuzotter (auf niederländisch: „Adder“) kartographiert und vermisst. Meine ersten Fotos einer Kreuzotter entstehen. Leider schlängelt sie sich schnell zwischen dem Heidekraut davon.

De Meinweg
De Meinweg
Heidelandschaft De Meinweg
Heidelandschaft im Nationalpark De Meinweg
Baumpilze im Meinweg
Baumpilze im Nationalpark De Meinweg
Spinnennetz im Meinweg
Spinnennetz im Nationalpark De Meinweg
Grasfrösche im Nationalpark De Meinweg
Grasfrösche im Nationalpark De Meinweg
Grasfrösche im Nationalpark De Meinweg
Grasfrösche im Nationalpark De Meinweg
Waldbrettspiel im Meinweg
Waldbrettspiel im Nationalpark De Meinweg
Dünen-Sandlaufkäfer im Meinweg
Dünen-Sandlaufkäfer im Meinweg
Flechte im Meinweg
Flechte im Nationalpark De Meinweg
Graugans im Meinweg
Graugans im Nationalpark De Meinweg
Graugänse im Meinweg
Graugänse im Nationalpark De Meinweg

In den nächsten Tagen fahre ich nun öfter zum Meinweg. Das „Biest“ (die Kreuzotter) sehe ich leider nicht. Aber die „Schönen“: Kröten, Grasfrösche und vor allem die Moorfrösche. Über letztere habe ich bereits vor zwei Jahren unter dem Titel „Rhapsody in Blue – Moorfroschbalz im Münsterland“ berichtet. Aber so vollkommen blau wie in diesen Tagen im Meinweg waren sie damals nicht.

Frosch fressende Ente im Meinweg
Frosch fressende Ente im Nationalpark De Meinweg
Molch im Meinweg
Molch im Nationalpark De Meinweg
Zauneidechse im Meinweg
Zauneidechse im Meinweg
Froschlaich im Meinweg
Froschlaich im Nationalpark De Meinweg
Moorfrosch im Meinweg
Moorfrosch im Nationalpark De Meinweg
Moorfrosch im Meinweg
Moorfrosch im Nationalpark De Meinweg
Moorfrosch im Meinweg
Moorfrosch im Nationalpark De Meinweg
Moorfrosch im Meinweg
Moorfrosch im Nationalpark De Meinweg
Moorfrosch im Meinweg
Moorfrosch im Nationalpark De Meinweg
Peter Keijsers mit Kreuzotter im Meinweg
Peter Keijsers mit Kreuzotter im Nationalpark De Meinweg
Peter Keijsers mit Kreuzotter im Meinweg
Peter Keijsers mit Kreuzotter im Nationalpark De Meinweg
Kreuzotter im Meinweg
Kreuzotter im Nationalpark De Meinweg
Kreuzotterführung im Meinweg
Kreuzotterführung im Nationalpark De Meinweg
Kreuzotter-Fotografie
Kreuzotter-Fotografie im Nationalpark De Meinweg

Am Samstag, dem 31.04. ist es endlich soweit. Editha hat für  Kumpel Peter und mich eine Kreuzotter-Exkursion gebucht, die zweimal im Jahr im Meinweg stattfindet (siehe hier: https://www.staatsbosbeheer.nl/meinwegadder). 16 Erwachsene und Kinder, sowie 2 Biologen und 2 Vertreter des Nationalparks De Meinweg treffen sich um 9 Uhr morgens im Meinweg. Darunter auch der Kreuzotter-Experte Peter Keijsers, den ich schon kenne. Editha, Kumpel Peter und ich sind die einzigen Deutschen unter den Teilnehmern, was wohl daran liegt, dass man bei der Anmeldung den Kostenbeitrag nur über eine Niederländische Bankverbindung oder über Kreditkarte bezahlen kann. Vielleicht liegt es aber auch an der Sprachbarriere. Denn, während fast viele Niederländer einigermaßen Deutsch sprechen können, ist das umgekehrt lange nicht so.

Kreuzotter im Meinweg
Kreuzotter im Nationalpark De Meinweg
Kreuzotter im Meinweg
Kreuzotter im Nationalpark De Meinweg

Während Peter Keijsers sich mit einem zweiten Mann auf den Weg macht, um für uns eine Kreuzotter zu finden, machen wir anderen uns auf den Weg durch den Nationaal Park De Meinweg. An unterschiedlichen Stationen erfahren wir von einem der Biologen einiges über die Kreuzotter im Meinweg. Das meiste verstehen Editha, Peter und ich. Ein freundlicher Nationalparkmitarbeiter gesellt sich nach jeder Information zu uns und erläutert uns das Gesagte noch einmal auf Deutsch.

Kreuzotter im Meinweg
Kreuzotter im Nationalpark De Meinweg

Die Kreuzotter-Population von ca. 400 Exemplaren ist hier nicht heimisch, sondern wurde mit ziemlicher Sicherheit durch Mönche/Nonnen „eingeschleppt“. Die Klöster hielten sich die Kreuzottern in Terrarien, da Teilen von ihnen u.a. eine heilende Wirkung zugeschrieben wurde.

Zuerst dachte man, dass die Kreuzottern des Meinwegs ursprünglich aus Schlesien und Polen stammen. Untersuchungen haben aber ergeben, dass es sich um Populationen aus dem Jura handelt.

Kreuzotter im Meinweg
Kreuzotter im Nationalpark De Meinweg
Kreuzotter im Meinweg
Kreuzotter im Nationalpark De Meinweg

Im Augenblick sind es die Kreuzotter-Männchen, die das Sonnenlicht bzw. die Wärme für die Spermaproduktion brauchen. Drei Wochen später erscheinen auch die Weibchen auf der Bühne und es beginnt gegen Ende April /Anfang Mai die Paarungszeit. Kreuzottern brüten die Eier im Mutterleib aus. Die Jungen durchstoßen die Schale im Mutterleib  während oder kurz nach der Geburt. Unser Übersetzer erzählt uns, dass er einmal eine Kreuzotter in der Hand hielt, die plötzlich Junge bekam. In seiner Hand!

Kreuzotter im Meinweg
Kreuzotter im Nationalpark De Meinweg
Kreuzotter im Meinweg
Kreuzotter im Nationalpark De Meinweg
Kreuzotter im Meinweg
Kreuzotter im Nationalpark De Meinweg
Kreuzotter im Meinweg
Kreuzotter im Nationalpark De Meinweg

Am Zielort angekommen, vermissen wir die beiden Giftschlangen-Sucher. Meine Vermutung, dass sie vielleicht bereits im Krankenhaus liegen, bestätigt sich nicht, denn einige hundert Meter weiter stoßen wir auf Peter Keijser und seinen Mitsucher. Peter hat tatsächlich eine Kreuzotter für uns gefangen. Wir hätten selbst auf Suche gehen können, aber es ist nicht gut, wenn 20 Leute im Naturschutzgebiet die Vegetation niedertreten und die Natur stören. Immerhin gibt es hier auch Bodenbrüter, wie z.B. das Schwarzkehlchen. Außerdem könnte man sich einen Schlangenbiss zuziehen. Bisse der giftigen Kreuzotter sind zwar in der Regel nicht tödlich, aber äußerst unangenehm und müssen ärztlich versorgt werden. Durch das Gift werden die Zellmembrane zerstört und die Zellen platzen auf. Der Biologe erklärt uns, dass er bereits zweimal gebissen wurde und jedesmal einen Arm, so dick wie ein Bodybuilder, hatte.

Kreuzotter im Meinweg
Kreuzotter im Nationalpark De Meinweg

Peter, mit dicken Handschuhen geschützt, zeigt uns seinen Fund. Das Biest beißt auch mehrfach heftig in die Handschuhe hinein.

Kreuzotter im Meinweg
Kreuzotter im Nationalpark De Meinweg
Kreuzotter im Meinweg
Kreuzotter im Nationalpark De Meinweg
Kreuzotter im Meinweg
Kreuzotter im Nationalpark De Meinweg
Kreuzotter im Meinweg
Kreuzotter im Meinweg

Einige Teilnehmer, besonders die Kinder, nehmen die Gelegenheit war, die Schlange einmal zu streicheln. Peter muss aufpassen, denn einige Kinder wollen der Kreuzotter über den Kopf streichen, was aber sehr gefährlich ist.

Kreuzotter im Meinweg
Kreuzotter im Nationalpark De Meinweg

Peter erklärt mir, dass es dieselbe Kreuzotter ist, die ich vor fast zwei Wochen fotografiert habe, als ich Peter das erste Mal traf. Woher er das weiß? Kreuzottern unterscheiden sich eindeutig an der Schuppenzeichnung auf dem Kopf. Sie ist wie ein Fingerabdruck.

Kreuzotter im tionalpark De Meinweg
Kreuzotter im Nationalpark De Meinweg
Kreuzotter im Meinweg
Kreuzotter im Nationalpark De Meinweg

Alle Teilnehmer erhalten genügend Gelegenheit, das Reptil zu fotografieren, was auch ausgiebig genutzt wird. Wir können gar nicht genug kriegen, und wahrscheinlich würden wir heute noch die arme Schlange fotografieren, wenn Peter nicht irgendwann angekündigt hätte: „Noch eine Minute, dann lasse ich sie wieder frei!“. Natürlich sagt er es auf Niederländisch aber die Bedeutungsschwere dieser Worte ist auch uns deutschen Teilnehmern klar.

Kreuzotter im Meinweg
Kreuzotter im Nationalpark De Meinweg
Moorfrosch im Meinweg
Moorfrosch im Nationalpark De Meinweg
Moorfrosch im Meinweg
Moorfrosch im Nationalpark De Meinweg

Nach dieser erfolgreichen und informativen  Exkursion statten Editha, Kumpel Peter und ich den Moorfröschen noch einen Besuch ab, bevor wir uns von Meinweg auf den Heimweg machen. Wir wundern uns, dass viele Frösche noch immer blau sind, obwohl wir die ersten blauen Moorfrösche hier bereits vor neun Tagen fotografiert haben. „Heute blau, morgen blau und übermorgen wieder“ ist wohl die Devise der Schönlinge.

Moorfrösche im Meinweg
Moorfrösche im Nationalpark De Meinweg
Moorfrosch im Meinweg
Moorfrosch im Nationalpark De Meinweg
Moorfrösche im Meinweg
Moorfrösche im Nationalpark De Meinweg
Moorfrösche im Meinweg
Moorfrösche im   Meinweg
Erdkröte im Meinweg
Erdkröte im Nationalpark De Meinweg
Moorfrosch im Meinweg
Moorfrosch im Nationalpark De Meinweg
Moorfrosch im Meinweg
Moorfrosch im Nationalpark De Meinweg
Kommentar meiner Frau: "Me too"
Kommentar meiner Frau: „Me too“ (Moorfrosch auf Erdkröte)
Kommentar meiner Frau: "Me too"
Kommentar meiner Frau: „Me too“ (Moorfrosch auf Erdkröte)
Kommentar meiner Frau: "Me too"
Kommentar meiner Frau: „Me too“ (Moorfrosch auf Erdkröte)

Ich kann es kaum erwarten, bis ich zu Hause die fotografischen Ergebnisse dieses Tages sichten kann.

Übrigens hat Peter Keijser einige beeindruckende Naturfilme u.a. natürlich über die Kreuzotter im Meinweg gedreht. Die Kommentare sind zwar auf Niederländisch, aber m.E. doch einigermaßen gut zu verstehen (zumindest das Wichtigste):

Vipera berus „De Adder“

In diesem Film werden auch die Auswirkungen eines Kreuzotterbisses gezeigt:

Peter Keijsers – Adderonderzoek Meinweggebied 1991

2 Gedanken zu „Die Schönen und das Biest – Kreuzotter-Suche in den Niederlanden“

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